Baltrum

Bis auf die rauschende Brandung liegt eine magische Stille über den nahezu unberührten Dünen. Hörte man genau hin, könnte man sogar das Knirschen der Sandkörner unter den Füßen wahrnehmen. Jedoch beachten die meisten Gäste auf Baltrum dieses Geräusch kaum. Viel zu fasziniert sind sie von der atemberaubenden Schönheit der Natur. Wenn der orangefarbene Sanddorn mit der Sonne um die Wette leuchtet. Vor allem im Winter wird man sein Herz an die Insel verlieren. Ungestörte Einsamkeit, Entschleunigung und vom rauen Wind geprägte Landschaft machen einen Spaziergang zu einer Reise zu sich selbst. Baltrum ist die kleinste der deutschen Nordseeinseln, weshalb die Einwohner hier keine Eile kennen. Liebevoll betiteln sie ihre Heimat als „Dornröschen der Nordsee“. Statt Autos oder Fahrrädern verkehren hier Kutschen, die den romantischen Ruf Baltrums perfekt machen. Aus diesem Grund suchen vorrangig alte Menschen und Familien mit kleinen Kindern die Insel auf.
Wer den Alltag hinter sich lassen, sich mit einer spannenden Lektüre zurückzieht oder in der warmen Sonne Tagträumen möchte, findet im Rosengarten ein ideales Plätzchen. Hier fühlt man sich, wie Baltrums Beiname verspricht, wie im Märchen. die rauschenden Wellen im Hintergrund sind von fast jedem Punkt der Insel aus zu hören.
Doch wer die Ohren spitzt, hört auch noch andere Geräusche. Man könnte meinen, jemand hätte das schlafende Dornröschen wach geküsst. Die Inselgemeinde hat nämlich noch mehr zu bieten, als es auf den ersten Blick ersichtlich ist.
Aus den nahen Dünen erklingen an manchen Tagen freudige Gesänge, wenn sich Baltrums Bewohner zum traditionellen Dünensingen treffen.
Die bewohnte Fläche teilt sich in das Westdorf, welches auch als „Platz des himmlischen Friesen“ bezeichnet wird, das Ostdorf sowie das alte Ostdorf. Während das Westdorf kultiviert ist und viele Restaurants und Geschäfte aufweist, schmücken idyllische Friesenhäuser mit bunt bepflanzten Vorgärten die Ostdörfer. Bei einem Spaziergang durch die Siedlungen kann man es sich zur Aufgabe machen, die Hausnummern der Häuser zu untersuchen. Diese geben nämlich Aufschluss über deren Baujahr aus. Je niedriger die Zahl, desto älter ist das Gebäude. Sehenswert sind überdies die Inselkirchen oder die Inselglocke, das Wahrzeichen Baltrums. Ebenfalls wird angeboten, die Insel per Rundflug kennen zu lernen.
Die größte Attraktion Baltrums ist sicherlich der Gezeitenpfad, der auf 7 Kilometer Länge über die Landschafts- und Dünenentstehung informiert und seine Besucher auf Wanderwege zu allen wichtigen Stellen der Insel führt. Er endet am Nationalparkhaus, wo sich Interessierte weiteres Wissen aneignen können.
Bewundern kann man außerdem die zahlreichen Sportler, die die Insel in den warmen Sommermonaten aufsuchen, um sich körperlich zu ertüchtigen. Wer nicht nur im Strandkorb entspannen möchte, ist selbstverständlich eingeladen, sich selber im Kitesurfen, Kajak fahren, Volley- und Fußball oder diversen anderen Sportarten versuchen.